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Environmental Assessment & Planning Research GroupVerfahrensvorschlag für die Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen in Natur und Landschaft in Sachsen

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Verfahrensvorschlag für die Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen in Natur und Landschaft in Sachsen

Projektdaten
 
 
Förderung:
Sächsisches Landesamt für Umweltschutz und Geologie
Sächsisches Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Projektleitung:
Prof. Dr. Johann Köppel
(FG Umweltprüfung und Umweltplanung)
Bearbeitung:
Dipl. Ing. Elke Bruns

unter Mitarbeit von:
Dr.-Ing. Wolfgang Peters
Dipl. Ing. Christian Meißner

Studentische Mitarbeiterinnen:
Dipl. Ing. (FH) Antje Finger
cand. Ing. Diana Flatow
cand. Ing. Marie Hanusch
cand. Ing. Ulrike Walter

Laufzeit:
August 2001 bis August 2003

   

Phase 1: Erarbeitung eines Verfahrensvorschlags für die Anwendung der Eingriffsregelung in Sachsen (August – Dezember 2001)

Für das Land Sachsen soll eine landesweit einheitliche Methodik zur Ermittlung und Bewertung von Eingriffen in Natur und Landschaft sowie zu deren Ausgleich und Ersatz erarbeitet werden. Ziel ist es, die Anforderungen an die Ermittlung des Kompensationsumfangs zu vereinheitlichen und nachvollziehbar zu machen.Der Verfahrensentwurf soll auf der Basis der Auswertung vorhandener Bewertungs- und Bilanzierungsverfahren (Schwerpunkt: Biotopwertverfahren) entwickelt werden. Das Saarländische Modell, dass über den Biotopwertansatz hinaus eine Berücksichtigung faunistischer und abiotischer Funktionen ermöglicht, dient dabei als Vorbild. Zu prüfen war, inwieweit eine Adaption auf landesspezifische Situation (insbes. Datenverfügbarkeit) möglich ist.Im Ergebnis wurde ein Verfahrensentwurf für ein Biotopwertverfahren erstellt, bei dem ausgewählte Funktionen des Naturhaushalts über Zusatzwerte berücksichtigt werden konnten.

Phase 2: Praxistest für den Verfahrensentwurf (März – Juni 2002)

Der Verfahrensentwurf wurde in einem Praxistest anhand eines Fallbeispiels im Hinblick auf seine Vor- und Nachteile „erprobt“. Hierzu wurde ein Workshop mit Vertretern aus Behörden und Planungsbüros vorbereitet und durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Erprobung haben zu einer Überarbeitung der Handlungsempfehlung geführt.Der Entwurf der Handlungsempfehlung wurde den Vertretern der Fachabteilungen des SMUL in mehreren Terminen vorgestellt und diskutiert. Hieraus resultierten weitere Ergänzungen und Änderungshinweise, die im Verlauf des Jahres eingearbeitet wurden, so dass Ende 2002 eine vorläufige Endfassung vorgelegt werden konnte.

Phase 3: Aufbereitung und Präsentation der „Handlungsempfehlung zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen im Freistaat Sachsen“ (Mai – August 2003)

Die „Vorläufige Endfassung“ der Handlungsempfehlung wird – nach einer abschließenden Diskussion mit Workshopteilnehmern, Vertretern der Fachplanungen und Planungsbüros im März 2003 - entsprechend der abschließenden Stellungnahmen überarbeitet und zu einem Endbericht zusammengestellt.Die Handlungsempfehlung differenziert nunmehr zwischen

  • „Einfachfällen“ ohne gutachterlichen Darlegungsbedarf (was nicht gleichbedeutend mit einer Freistellung von der Verpflichtung zur Folgenbewältigung ist) und
  • „Sonstigen Fällen“ mit gutachterlichem Darlegungsbedarf.

Diese Differenzierung trägt dem Gebot der Verhältnismäßigkeit hinsichtlich des zumutbaren Kosten- und Bearbeitungsaufwands Rechnung.Bei den „Sonstigen Fällen findet eine weitere Differenzierung nach der Bedeutung der vom Eingriff betroffenen Wert- und Funktionen des Naturhaushalts statt.Im Fall A (Betroffenheit von Werten und Funktionen allgemeiner Bedeutung) wird eine Gegenüberstellung von Wertminderung und Wertsteigerung lediglich auf der Basis von Biotopwerten vorgenommen. Es wird davon ausgegangen, dass in diesem Fall die betroffenen Funktionen (allgemeiner Bedeutung) hinreichend über den Biotopwert indiziert werden. Nicht auf Grundflächen beziehbare Funktionen bedürfen ggf. einer verbal-argumentativen Ableitung des Kompensationsumfangs. Im Fall B (Betroffenheit von Werten und Funktionen besonderer Bedeutung) werden über die Erfassung und Bewertung der Biotoptypen hinaus auch die anderen Schutzgüter und deren Funktionen erfasst und bewertet. In der Bilanzierung werden somit Biotopwerte und – über sog. Funktionsfaktoren - zusätzlich Werteinheiten der Funktionsminderung für die Ableitung des Kompensationsumfangs bedeutsam. Auch in diesem Fall sind die nicht auf Grundflächen beziehbare Funktionen mittels einer verbal-argumentativen Ableitung des Kompensationsumfangs zu berücksichtigen.Formblätter ergänzen die Darstellung der Arbeitsschritte und die jeweiligen fachlichen Anforderungen; sie dienen als Hilfestellung für die Ermittlung der einander gegenüberzustellenden Werteinheiten (Bilanzierung) der Wertminderung und Wertsteigerung durch Kompensation.Zur Veröffentlichung der Handlungsempfehlung ist eine Internetpräsentation auf den Seiten des SMUL vorgesehen. Dort sollen die Handlungsempfehlung und die dazugehörigen Arbeitshilfen sowie ein Fallbeispiel zum Bilanzierungsvorgang präsentiert und als Download angeboten werden. Weiterhin werden Rubriken wie „Häufige gestellte Fragen“ und „Weiterführende Links“ zu Verfügung gestellt. Mit einem Formular sollen Planungsbüros und Verwaltungen zur Anwendung der Handlungsempfehlung befragt werden, so dass ein grober Überblick über die Verbreitung und Verwendung in der Praxis möglich ist.

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